Wir erwarten endlich Taten und nicht weitere Versprechungen und Vertröstungen

Seid 70 Jahren spricht man in Sta. Maria von der Notwendigkeit  einer Umfahrung. Jahrzehntelang gelang es den Gegnern die obere und die untere Dorfhälfte gegeneinander auszuspielen und somit die Variantenwahl zu verzögern, sowie die Realisierung eines Projektes auf die lange Bank zu schieben.  Mit dem deutlichen Entscheid der Gemeindeversammlung vom Herbst 2013 ist es nun klar, was  die Bevölkerung will. Damals wurde vom Kanton und der Gemeinde in Aussicht gestellt, dass sobald der Ausbau der Umfahrungsstrasse in Müstair beendet sein wird, mit der Realisierung einer Südumfahrung von Sta. Maria begonnen wird. Wie man jetzt aber vernimmt, wird das Projekt neuerdings wegen weiterer Auflagen verzögert. In der Maiausgabe des „Mas-chalch“ wurde in sehr nüchterner und zurückhaltender Art und Weise darüber berichtet ohne  zu erwähnen, wie lange man sich in Sta. Maria und in der ganzen Val Müstair noch gedulden muss. Man weiss aber, dass ein neuer  Gang durch alle Instanzen bis zum Bundesrat und die weitere Planung wieder Jahre dauern wird. 

Die Verkehrslage im Dorfzentrum von Sta. Maria hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Der Anzahl Auto- und Töfffahrer in Richtung  Südtirol und zum Umbrailpass ist ins Unermessliche gestiegen und damit auch der Lärm und der Gestank. Tagtäglich zwängen sich auch grosse Vierzigtönner duch die Gassen.  Es grenzt an ein Wunder, dass noch keine Kollisionen und schweren  Unfälle mit Fussgängern, Velofahrern oder mit dem Langsamverkehr  geschehen sind.  Das Dorfzentrum stirbt immer mehr aus. Wohnten in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts längs der Dorfstrasse zwischen Schweizerhof und Hotel Stelvio unter anderen etwa zwanzig Familien mit über sechzig Kindern, sind es nun nur noch wenige mit weniger als zehn Kindern. Wohin führt das?

Die unterzeichneten Einwohner, Zweitwohnungsbesitzer und Gäste von Sta. Maria verlieren nach dem neuerlichen Rückschlag mit den Umfahrungsplänen langsam aber sicher die Geduld. Sie fragen sich auch, wieviel Menschenleben im Hinblick auf alle möglichen Schutzvorschriften noch Wert sind. Vom Kanton und von der Gemeinde erwarten sie ein energisches Vorgehen, damit das Projekt Umfahrung Sta. Maria mit Priorität vorangetrieben wird und man nicht darauf wartet, bis die bereits gesprochenen Finanzen zum zweiten Mal verstreichen und anderswo hinfliessen. Auch soll der Gemeindevorstand die Bevölkerung in Zukunft regelmässig und objektiv über die Planungsarbeiten informieren und auf Versprechungen, die nicht eingehalten werden können, verzichten.

Jon Manatschal

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